Nach der aktuellen Umfrage „Global Investor Sentiment“ die eben von Colliers International herausgegeben wurde, werden die begehrtesten Regionen für erhöhte globale Investitionen am Immobilienmarkt in den kommenden Jahren die USA gefolgt von Asien und Westeuropa sein, insbesondere London, Paris und einige der großen Städte in Deutschland.

Die wichtigsten institutionellen und privaten Investoren weltweit wurden gebeten, Ihre Aussichten sowohl auf globaler als auch regionaler Ebene für die kommenden 12 Monate abzugeben. Fast 500 Antworten von Immobilieninvestoren aus den USA, Kanada, Lateinamerika, Europa, Asien und dem Mittleren Osten wurden ausgewertet. Das Ergebnis zeigt eine Reihe von Schlüsselindikatoren, welche auf eine verbesserte Anlegerstimmung, sowie ehrgeizige Expansionspläne bis 2013 und Migrationsfonds für Offshore Investitionsmöglichkeiten hinzeigt. Ein Mangel an qualitativer Verfügbarkeit von Finanzmitteln sind die primären Hindernisse für Expansionspläne.

Tony Horrel, CEO von Colliers International in UK und Irland hebt den auffälligsten Trend dieses Jahres hervor: „Großinvestoren werden immer kritischer bei der Auswahl ihrer Investitions-Standorte. Unterstütz wird diese These durch die Antworten der Frage nach der Anlagestrategie - Es wird in erster Linie eher nach lokalen Standorten gesucht, wenn man internationale Möglichkeiten in Betracht zieht, dann in deutlich spezifischeren und vereinzelten Märkten und Branchen.“

Horrel weiter: „Die Umfrage ergab außerdem, dass die Verfügbarkeit und der Preis der Fremdfinanzierung in einzelnen Regionen ein Thema bleiben wird, insbesondere in EMEA, da hier höhere Anforderungen bzgl. Kreditvergabe aufrecht bleiben und die Verzinsung niedrigist.“ Dies öffnet die Tür für neue Kreditgeber in Form von Versicherungen und das Wiederaufleben von Möglichkeiten der Zwischenfinanzierungen.

 „Spezialisierte „Debt Funds“ werden nach wie vor steigen, da sie höhere Renditen bieten, als jene des direkten Immobilieninvestments“

Die wichtigsten Punkte der Colliers Umfrage 2013:

  • Anhaltende Aufschwung: Das Investitionsvolumen in den westlichen Märkten wird im Laufe des Jahres 2013 langsam und stetig wachsen und  es wird schwieriger werden, Kern Investitionsmöglichkeiten zu finden, da sich die Investoren auf einige wichtige Standorte beschränken.
  • Inland oder Ausland: Asiatische, lateinamerikanische und Investoren aus Europa, Afrika und dem Mittleren Osten sind am ehesten geneigt auf Gelder auch außerhalb ihrer eigenen Region zuzugreifen. Asiatische Investoren beziehen nur 40% Ihres Kapitals lokal und greifen somit auf erhebliche Investitionen seitens der USA (20%) und Westeuropa (19%) zurück. In Lateinamerika, stellen die USA fast ein Drittel aller Mittel zur Verfügung und Westeuropa nur knappe 15%. Die Kanadier hingegen sind mit rund 78% der Investitionen, die lokal finanziert werden fast autark.
  • Sichere Destinationen: Investoren suchen konsequent die gleichen Eigenschaften, “sichere” Märkte wie London, Paris, Frankfurt, Hamburg, München und New York. London und New York sind die einzigen beiden Märkte, die als wichtige Investitionsgebiete auch von Investoren aus anderen Regionen gesehen werden. Das Ziel der Investoren werden auch 2013 diese Märkte sein,  während man die Auswirkungen der US-Wahlen und die anhaltenden Probleme in der Eurozone abwarten muß.
  • Lokal gegen Offshore: Obwohl die meisten Investoren bevorzugt in die eigenen Märkte investiert, gibt es auch diejenigen (ca. 25%) die mit Ihren Immobilien Ventures nach Übersee gehen. Offshore – Anleger neigen jedoch dazu Westeuropa zu bevorzugen. Darüber hinaus nutzen asiatische Investoren die Möglichkeit von Immobilien in Australien und Neuseeland und somit näher am lokalen Markt zu sein.
  • Riskante Geschäfte: Vermögenssicherung und sicheres Einkommen haben nach wie vor Priorität für die Mehrheit der Investoren. In den nächsten 6 Monaten jedoch sind Investoren vor allem in den USA, Asien und Lateinamerika bereit mehr Risiko einzugehen.
  • Gebietsvorlieben: Global gesehen, bevorzugen Investoren allgemein vor allem den Büromarkt. In den USA und Lateinamerika ist der Industriesektor am begehrtesten, während in Australien, Kanada und Neuseeland ein zunehmendes Interesse an Investments in Shoppingcentern besteht.
  • Finanzierungs Hürden: Die meisten Länder in Europa, der Mittlere Osten und Afrika (EMEA) werden auch weiterhin mit der Entschuldung im Jahr 2013 zu kämpfen haben. Und spezielle „Dept funds“ mit höheren Renditen werden voraussichtlich einen Auftrieb erfahren. Investoren des asiatischen Marktes sind am ehesten dazu bereit die Schulden zu erhöhen, wohingegen Lateinamerika ganz klar dazu tendiert die Schulden abzubauen.               

Insbesondere in Europa hat Colliers mehrere wichtige Ergebnisse aufgedeckt:

  • Trotz der wirtschaftlichen Probleme in Europa und der Angst, dass die Eurozone zusammenbrechen könnte, finden viele europäische Investoren (60%), dass es eine gute Zeit ist um zu investieren bzw. sein Portfolio in nächste Zeit zu erweitern.
  • London und deutsche Großstädte gewinnen nach wie vor internationale Investoren, da sie als „sicherer Hafen“ gelten. Allein 74% der Investitionen in London wurden lt. internationalen Quellen bis Oktober dieses Jahres getätigt.
  • Wenig Angebot für Investoren gibt es vor allem bei Bürogebäuden in zentralen Geschäftsvierteln, und der Mangel an Entwicklung in vielen europäischen Märkten hat die Knappheit an  qualitativ hochwertigen Immobilien verschärft.
  • Österreich ist vor allem im Wohnungsbereich als „sicherer Hafen“ anzusehen.

Ein Blick in die Zukunft verrät: „2013 werden wir weitere neue Kreditgeber und Möglichkeiten der Zwischenfinanzierung kennenlernen, die teilweise die immer mehr in den Hintergrund tretenden Banken ersetzen. Im Allgemeinen wird sich 2013 der Aufwärtstrend fortsetzen und das Investitionsvolumen wird ein moderates Wachstum aufzeigen, da die Anleger die neuen Maßstäbe akzeptieren und somit die Stimmung verbessern.“

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