Der Marktbericht in Auszügen:

Retail Markt im Aufwertstrend

Der Retailmarkt in Österreich befindet sich in einem leichten Aufwärtstrend, 2015 konnte ein leichtes Umsatzplus gegenüber 2014 von nominell 1,4% erzielt werden. Sieht man sich diese Zahl jedoch genauer an, so wird dieses Plus zu einem großen Teil vom Internethandel und nicht vom stationären Handel erzielt. Der Internethandel ist in Österreich um 7% gewachsen, der stationäre Handel nur um 1,1%, was real ein Plus um nur 0,6% bedeutet. Die Zahlen des Halbjahres 2016 bestätigen den positiven Trend, es wurde ein nominelles Plus von 1,2% erzielt was absolut eine Steigerung um 0,7% bedeutet.

Knappes Angebot am Büromarkt

Die in 2016 erwartete Fertigstellung von 60.000 bis 80.000 Quadratmetern an neuen Büroflächen zeigt die niedrigste Fertigstellungsleistung der vergangenen Jahre. Wider Erwarten haben sich Befürchtungen nach einer Entwicklung wieder hin zu einem Vermietermarkt zerschlagen. Vermieter versuchen, teils mit viel Einsatz, Mieter über die Jahre 2018 und 2019 mit teils sehr lukrativen Angeboten zu halten.

Hoher Bedarf an leistbarem Wohnen

Die Nachfrage im Miet- und Eigentumssektor ist nach wie vor hoch. Neben der Gesamtausführung der Immobilie sind die Lage und der Preis das wichtigste Kriterium dafür, ob die Immobilie erfolgreich verkauft oder vermietet werden kann. Die Interessenten sind häufig auf einem sehr guten Informationsstand; passen die vorgenannten Parameter nicht zusammen, verlängern sich die Vermarktungszeiträume dementsprechend.

Nachdem in den letzten Jahren die Preise signifikant gestiegen sind, gibt es derzeit vor allem im sogenannten Luxus-Segment ein großes Angebot. Generell ist das Suchverhalten der Käufer unverändert – z. B. wird der klassische Altbau gegenüber der standardisierten Neubauwohnung merklich bevorzugt –, Kompromisse werden zunehmend weniger eingegangen.

Erneutes Rekordjahr für Zinshäuser

2015 blieb für den Wiener Zinshausmarkt ein von Erfolg geprägtes Jahr. Mit 441 verbücherten Transaktionen (Asset Deals) und einem Volumen von rund 1,46 Milliarden Euro gab es deutliche Steigerungen im Vergleich zu 2014.. 2016 hat vor diesem Hintergrund beeindruckend begonnen. Mit 266 verbücherten Transaktionen bis Ende April und einem Volumen von € 773 Millionen wurde der Vergleichszeitraum 2015 in jeder Hinsicht übertroffen. Auffällig ist hier wieder die hohe Anzahl an Transaktionen im 10., 12. und 15. Bezirk. Auch ohne Berücksichtigung der steigenden Zahl von Share-Deals in dieser Assetklasse erwarten wir 2016 wieder ein Rekordjahr.

Industrie- & Logistikbereich wieder in Bewegung

Generell können die Eckdaten des Industrieimmobilienmarkts wie folgt erklärt werden:

  • Große Logistikhubs mit internationaler Wirkung werden in Österreich kaum realisiert.
  • Der Logistikmarkt beschränkt sich auf Konsumlogistik für die großen Ballungsräume und die Logistikleistung für die produzierende Industrie.
  • Neue Flächen werden nur gegen Aufgabe von alten, wirtschaftlich nicht mehr nutzbaren Hallenflächen realisiert.
  • Lager- und Transportunternehmen haben in den letzten Jahren bestehende Flächen rationalisiert und optimiert. Der Bedarf liegt weiterhin bei verkehrstechnisch vernünftig angebundenen Hallenflächen, die ohne Einschränkungen im 24-Stunden-Dienst, 7 Tage in der Woche, verfügbar sein sollen. Essentiell ist neben einer modernen Ausstattung die Verfügbarkeit von Außenflächen zur An- und Ablieferung für große LKWs und Sattelzüge.
  • Industrieunternehmen zentrieren ihre Aktivitäten zunehmend auf die Stammwerke und internationalisieren ihre Produktionsaktivitäten in neuen Märkten.

Starke Nachfrage am Hotelmarkt

Wien ist eine der weltweit wichtigsten Kongressstädte, Standort wichtiger internationaler Organisationen, und im internationalen Vergleich der Lebensqualität steht Wien 2016 erneut an der Spitze der Mercer Studie. In Österreich ist Wien bezüglich Bettenauslastung sowohl Sommer als auch Winter führend, woraus sich die starke Nachfrage nach Hotels in der Bundeshauptstadt ergibt.