Der Colliers Bericht “Cities of Influence” befasst sich mit dem TLC Index (Talent, Location, Cost), indem die 20 wichtigsten wirtschaftlichen Städte in Bezug auf Fähigkeit, Lage und Kosten aufgelistet sind. Diese Faktoren wurden aufgrund der Größe und Ausrichtung der Wirtschaftsleistung und der Arbeitskraft kategorisiert; die Leistung und Fähigkeiten der verborgenen aufstrebenden „Talent-Pools“; die Kosten und die Erschwinglichkeit der Stadt – als ein lebenswerter und sicherer Ort, und in Bezug auf die Arbeitskosten und Gesamtkosten der Bürobeschäftigung; und zum Schluss das mit dem Markt verbundene Länderrisiko und das dazugehörende Risiko bzw. die Herausforderung, die sich aus dem Arbeitsrecht ergibt.

Einige Highlights aus dem Bericht:

  • London und Paris belegen während der gesamten Analyse die ersten 2 Plätze, hauptsächlich aufgrund ihrer Größe.
  • Abgesehen von den 2 großen Märkten sind Manchester, Stockholm und Dublin die 3 Städte mit dem höchsten Rang auf dem 3., 4. und 5. Platz.
  • Paris ist der führende Markt wenn es um Output/Orientierung, zukünftige Fähigkeiten und Kapazitäten sowie erschwingliche Kosten geht. Paris zeigt sich besonders stark, wenn es um die Größe/Erfahrung des verborgenen Talent-Pools geht, angetrieben von der höheren kurzfristigen Arbeitslosigkeit als in London. Doch wenn es um die endgültigen Ergebnisse geht, Factoring/Finanzieren im Marktrisiko, übernimmt London die Zügel.
  • Die britischen Arbeitsgesetze sind in London weitaus entspannter als in Paris, was ein wichtiger Faktor für die Standortentscheidung für London war.
  • Stockholm landet auf Platz 4, als stetig starker Performer in allen Bereichen. Die gegenwärtige Ausrichtung der Wirtschaft und die Fähigkeiten/Erfahrungen der dazugehörenden Arbeitskräfte setzen den Markt an die vorderste Front wenn es um den Aufbau einer digital anspruchsvollen Wirtschaft geht.
  • Dublin steht aus ähnlichen Gründen gut da. Starke Englisch-Sprachkenntnisse sind ein klarer Vorteil für diese Städte gegenüber anderen europäischen Standorten, ebenso wie die liberaleren und transparenteren Arbeitsmärkte. Dublin hat verhältnismäßig tatsächlich eine höhere englische Sprachkompetenz als das multikulturelle London, an zweiter Stelle nach Manchester.
  • Madrid und Barcelona verfügen über starke Erschwinglichkeits-/Kostensätze sowie hohe verborgene Talent-Pools, leiden aber unter einem hohen Land-/Arbeitsmarktrisikofaktor. Das wirft Madrid vom 3. auf den 8.Platz und Barcelona vom 7. auf den 16. Platz zurück.
  • München hat nur einmal die Top 5 erreicht, aber Kosten/Erschwinglichkeit und zukünftige Talentfaktoren hindern es daran, auf dieser Position zu bleiben.
  • Am überraschendsten ist die anhaltend niedrige Punktzahl Berlins, doch eine Untersuchung der Arbeitskraft und ökonomischen Orientierung der Stadt zeigt eine deutliche Abhängigkeit im öffentlichen Bereich auf, trotz aller positiven Entwicklungen der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbetreibern.
  • Frankfurt leidet in erster Linie an einem Kapazitätsmangel und ist im Vergleich zu anderen europäischen Städten relativ teuer.
  • Die unteren Ränge belegen Mailand, Budapest und Brüssel. Sowohl Brüssel als auch Mailand werden durch relativ hohe Kosten und ein hohes Marktrisiko behindert. Brüssel (Belgien) hat die schwächste Punktzahl aller Länder aus arbeitsmarktpolitischer Sicht und nach dem italienischen Referendum ist diese Position in Mailand nicht viel besser. Die Budapest-Bilanz wird auch durch ein hohes Länderrisiko behindert, aber auch eine begrenzte wirtschaftliche Leistung/Marktorientierung und zukünftige Fähigkeiten/Kapazitäten spielen eine Rolle.

Damian Harrington, Direktor von EMEA-Research bei Colliers fügte hinzu: “Einige Nutzer fokussieren oder interessieren sich stärker für die eine oder andere Komponente, somit können sich die Gesamtgewichtungen und –bewertungen nach diesen Vorgaben ändern. Beispielsweise sehen die von den Kosten angetriebenen Nutzer die südlichen europäischen und CEE Märkte als attraktiver als die nord- und westlichen Pendants. Alternativ werden die Nutzer, die sich auf eine digital anspruchsvolle Arbeitskraft konzentrieren, eher bei Stockholm und Prag als Barcelona oder Brüssel in Versuchung geraten.“