Es wurde vorhergesagt, dass dieses Weihnachten 4 von 10 Leuten ihre Geschenke mit ihrem Mobiltelefon aussuchen und kaufen.

Die Online-Bestellung von Waren ist schnell und bequem, diese jedoch dann auch zu bekommen ist nicht immer so einfach. Traditionell sind die letzten Kilometer die schwierigsten und teuersten in der oft langwierigen und komplexen Logistikkette – was Menschen dazu geführt hat in Warteschlangen vor den Depots zu stehen, um ihre Waren, die nicht zugestellt werden konnten abzuholen.

Diese Weihnachten scheinen Konsumenten von der Tatsache zu profitieren, dass Online-Shopping zu einem Teil des modernen tagtäglichen Lebens geworden ist und sich somit die Art, wie die Waren geliefert werden bzw. wie man zu ihnen kommt geändert hat.

Wie auch in unserem kürzlich herausgebrachten Bericht “Vom Lagerhaus in die Regale“ nachzulesen ist, hat sich die Geschwindigkeit, in der sich die modernen Logistik- und Einzelhandelsmärkte - als Reaktion auf die Nachfrage der Verbraucher - entwickeln deutlich erhöht.

Einzelhändler reagieren auf den Wunsch der Verbraucher nach Geschwindigkeit und Bequemlichkeit und passen ihre Lieferungen dementsprechend an, sowohl im Hinblick auf die Lieferung selbst, als auch die Sammelstellen.

“Click and Collect” (Bestellen und Abholen) ist unter den Einzelhändlern beliebt, da die Kunden, die ihre Waren im Geschäft abholen oft noch andere Produkte zusätzlich kaufen. Besonders beliebt ist dies in England, wo mehr als ein Drittel der Kunden dieses Service in Anspruch nehmen, im Vergleich zu 13% in den USA und 5% in Deutschland. „Der Prozentsatz in Österreich liegt  derzeit noch unter 1%, was noch ein großes Aufholpotenzial mit sich bringt. Wir erwarten jedoch,  dass sich dieser Trend auch in Österreich manifestieren wird“; so Stefan Goigitzer, Head of Retail in Österreich.

Auch immer beliebter sind Paket-Schließfächer, in denen Lieferungen hinterlassen werden können und Paketannahmestellen, die an Orten wie Trafiken bis hin zu Friseuren eingerichtet wurden.

Die Beziehung zwischen Logistik und Einzelhandel verschwimmt immer mehr und in Zukunft ist damit zu rechnen, dass Shopping immer mehr in Lagerhallen von statten geht.

Die Erbringung dieser Dienstleistung für die Verbraucher bringt eine erhebliche Nachfrage der Einzelhändler nach Lagerhallen mit sich, um die bestellten Waren bzw. auch die retournierten Waren lagern zu können.

Diese Lagerhäuser müssen auch größer sein, um die Systeme für die automatisierte Regalzubringung, -entnahme und Sortierung unterzubringen, um so den Anforderungen des E-Commerce gerecht zu werden.

Wir sehen künftig 3 verschiedene Arten von Distributionszentren:

Zum einen, wird es große regionale und nationale Vertriebszentren mit entweder Voll – oder halbautomatisierten Handelshäfen oder Ankunftsstandorten geben. Zum anderen, mittelgroße Cross-Docking Distributionszentren mit rund  9.000m² an Hauptverkehrswegen in den großen Städten und Ballungsräumen. Und schlussendlich wird es noch kleine städtische Hallen und Zugangszentren mit bis zu 900 m² geben.

Mag. Ilias Manoukas, Head of Capital Markets in Österreich erklärt hierzu: „Obwohl Österreich in diesem Trend im internationalen Vergleich noch etwas hinterherhinkt, gibt es am Markt ein hohes Interesse an entsprechenden Flächen die den Online-Handel unterstützen. Das Interesse ist spürbar gestiegen und auch von der Seiten der Investoren werden Immobilien in Österreich, die den internationalen Anforderungen entsprechen, sehr stark nachgefragt.“

Der Bericht weist auch darauf hin, dass der online-Handel so schnell wächst, dass Einzelhändler bei der Auswahl ihrer Flächen auf Erweiterungspotenzial achten müssen, da die Flächen sonst den Anforderungen nicht mehr entsprechen werden.

Diese Palette von Vertriebszentren wird es nicht nur den Verbrauchern einfacher machen ihre Artikel online zu bestellen, sie werden auch von entscheidender Bedeutung für das künftige Wirtschaftswachstum sein, da bereits jetzt Untersuchungen zeigen, dass bis 2024 ca. 50% der Einzelhandelsumsätze mittels mobilen Geräten durchgeführt werden wird.

Um genügend Distributionszentren zu bauen, wird mehr Land dringend erforderlich. Darüber hinaus werden wahrscheinlich auch ältere Büroflächen  wieder interessant, da sich diese als städtische Hallen eignen könnten.

Kommen wir diesem Trend nicht nach, wird es unmöglich sein, den Lieferanforderungen der modernen Verbraucher gerecht zu werden- dies wird sich auch auf den Handel und somit das Wachstum der regionalen Wirtschaft auswirken.