Der Marktbericht in Auszügen:

Retail Markt im Wandel

Nachdem 2014 noch das Jahr der Shoppingcentereröffnung war, ist die Nachfrage 2015 - vor allem im Luxussegment - nicht zuletzt durch die Ukrainekrise deutlich zurückgegangen. Auch der Umschwung vom stationären Handel in Richtung Onlineplattformen hat sich bereits bemerkbar gemacht. Die Zahlen des 2. Quartals 2015 lassen keine signifikanten Verbesserungen erkennen, es bleibt somit abzuwarten ob die Preise auf hohem Niveau bleiben oder leicht sinken werden.

Wenig verfügbare Neuflächen am Büromarkt

Die mit Ende 2015 erwartete Fertigstellung von knapp 200.000 m² an neuen Büroflächen ist zwar die höchste Fertigstellungsleistung der vergangenen Jahre, wenn gleich diese bereits  zu 100% durch Vorvermietungen vergeben sind. Echte Neuflächen haben keinen Weg auf den Büromarkt gefunden. An dem knappen Angebot hat nicht zuletzt die Umwidmung von Flächen in Eigentumswohnungen innerhalb der letzten Jahre beigetragen.

Am Hotelmarkt wird es eng

Wien ist nach wie vor eine der attraktivsten Destinationen im europäischen Städtetourismus, was sich auch in den Hotelnächtigungen deutlich nieder schlägt. In den vergangenen zehn Jahren steigerte sich die Zahl der Gästeübernachtungen in Wien um 60,4% auf 13,5 Mio im Jahr 2014. Gleichzeitig vermehrte sich auch die Anzahl der Betten um etwa 20.000. Alleine 2015 eröffneten 7 neue Hotels mit rund 2.900 Betten, 3 davon rund um den Hauptbahnhof. Bis Ende 2016 soll man alleine in Wien aus rund 446 Hotels auswählen können.

Kein Preisanstieg am Wohnungsmarkt in Sicht

Nachdem in den letzten Jahren die Preise signifikant gestiegen sind, gibt es derzeit ein großes Angebot sowohl an hochwertigen Wohnimmobilien, als auch an Immobilien im mittleren Preissegment. Besonders gefragt sind neben der Lage effizientes und barrierefreies Wohnen mit Freiflächen. Luxus wie z.B. Pools treten neben zusätzlichen öffentlichen Flächen wie Fahrrad-/Kinderwagenabstellräumen oder Spielwiesen bei den aktuellen Suchanforderungen in den Hintergrund.

Zinshausmarkt: Anstieg des Volumens in Sicht

Nachdem in den letzten Jahren die meisten Käufer Privatinvestoren oder Stiftungen waren (fast 60%), machen seit 2015 auch die Institutionellen wieder auf sich aufmerksam, was über kurz oder lang zu einem Anstieg des Volumens führt. Spitzenrenditen befinden sich mittlerweile zwischen 1,5 und 3%, wobei sie innerhalb des Gürtels auf max. 3,5% ansteigen.

Hohe Ansprüche im Industrie- und Logistikbereich

Die Anforderungen an Gewerbeliegenschaften werden immer höher, jedoch auch dementsprechend bezahlt. Neben modernen Flächen mit Flexibilität und hohen Räumen sind vor allem die Nähe zu den Absatzmärkten und die zentrale und verkehrsgünstige Lage der Liegenschaft von großer Bedeutung. Die Mietpreise für moderne Liegenschaften sind weiterhin stabil, wohingegen mit einer deutlichen Mietreduktion bei älteren Betriebsobjekten zu rechnen ist.

Österreichischer Investmentmarkt nach wie vor gefragt

Obwohl das Investmentvolumen im ersten Quartal 2015 deutlich geringer ausfällt als das des Vorjahres, bleibt das Interesse an österreichischen Immobilien ungebrochen hoch. Für 2015 wird von einem Gesamtvolumen zwischen 3,2 Mrd und 3,5 Mrd Euro ausgegangen (+19% im Vergleich 2014). Vor allem der Verkauf von Hotels gewinnt immer mehr an Attraktivität. So wurde z.B. im Herbst 2015 eine Hotelliegenschaft auf der Mariahilferstraße mit einem Volumen von € 53 Mio. durch uns erfolgreich vermittelt.

Projektentwicklung vor allem im Wohnbereich

Der Trend weg von der Büroimmobilie und hin zur Hotel- und Wohnimmobilie hat sich 2015 fortgesetzt. Durch den Abschluss von städtebaulichen Verträgen im Frühjahr 2015 wurden erstmals private Grundeigentümer und Projektwerber mit den Kosten für die Errichtung von In-frastruktur belastet.