Ebenfalls eine positive Entwicklung erfuhren die westeuropäischen Märkte Glasgow und Manchester (beide +10%), Bristol (+8,3%) und Rotterdam (+7,9%). Umgekehrt berichtet Minsk in Belarus über den größten Rückgang innerhalb Europas im 1. HJ dieses Jahres mit -15,5%;, dicht gefolgt von Kiew in der Ukraine mit einem Rückgang von  -14,9% und Sankt Petersburg in Russland mit -8,3%.

Tim Davis, Leiter von Industrie- und Logistikimmobilien bei Colliers EMEA sagte hierzu: “Die Industrie- und Logistikmärkte in Europa sind weiterhin durch eine eingeschränkte Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Lagern und Verteilerzentren gekennzeichnet. Trotz allem blieben die Spitzenmieten in den meisten Märkten innerhalb der ersten Jahreshälfte 2015 stabil. Die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Liegenschaften bleibt in GB begrenzt und dies hat in Zusammenhang mit der gestiegenen Nachfrage zu einem Anstieg der Mieten an allen Standorten im 1. HJ 2015 geführt.“

“Großbritannien ist weiterhin führend was die Aktivitätssteigerung betrifft, der Rest von Europa fängt jedoch an ihnen zu folgen“, fügt Davies hinzu. „Alle britischen Märkte berichten über ein steigendes Mietniveau, welches die Tatsache, dass die Verfügbarkeit immer geringer und die betrieblichen Nachfragen steigen untermauert. Zwangsläufig werden die immer leichter zugänglichen zweckgebundenen Entwicklungen vor allem in den „starken Regionen“ immer öfter zu finden sein.“

Standort Highlights:

  • Die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Flächen bleibt in den wichtigsten Märkten Deutschlands sehr niedrig und die Pipeline an Neuentwicklungen eingeschränkt. Abgesehen davon, blieben die Spitzenmieten im 1. HJ 2015 stabil; mit Ausnahme von München, die ein leichtes Wachstum (+2,3%) verzeichnen konnten und einen weiteren Aufwärtstrend erwarten.
  • Der Logistikmarkt in Holland berichtet ebenfalls über einen Mangel an modernen Flächen an den wichtigsten Standorten. In dieser Situation entschließen sich viele Inhaber ihre eigenen Betriebsgebäude zu bauen. Doch dank einer verbesserten Konjunkturaussicht und größeren Verfügbarkeit von Finanzierungen, hat sich eine zunehmende Anzahl von Entwicklern dazu entschlossen spekulativ zu bauen. Ein anderer bemerkenswerter Trend ist die zunehmende Nachfrage nach kleineren Betriebsobjekten rund um die großen Städte, insbesondere im  E-Commerce Bereich.
  • In Schweden wurde ein Anstieg der Spitzenmieten in Göteborg (+4,3%) und Malmö (+3,8%) aufgezeichnet. Nach dem starken Wachstum 2014 sind diese in den ersten Monaten 2015 etwas abgeflacht.
  • In Südeuropa begannen sich die Mieten am Logistiksektor in Madrid’s Top-Lagen  leicht zu erholen (+4,2%). Das Angebot an qualitativ hochwertigen Logistikflächen ist sehr knapp, sodass es unmöglich ist, die verlangten Anforderungen zu erfüllen.
  • Die Spitzenmieten in den wichtigsten zentral- und osteuropäischen Märkten bleiben weitgehend stabil. Einen Anstieg sah man in Budapest (+6,5%) mit dem Hintergrund einer verbesserten Nachfrage und sinkenden Leerstandsrate.

Investment Highlights

  • Das Gesamtinvestitionsvolumen der Industrie- und Logistikimmobilien beträgt im ersten HJ 2015 €10Mrd innerhalb der EMEA Region, was eine 9% Steigerung im Vergleich zum Vorjahr ausmacht.
  • Einen starken Rückgang der Renditen sah man in allen britischen Märkten, am stärksten in Manchester, Bristol, Edinburg und Belfast (-100Basispunkte).
  • Deutschlands wichtigsten Märkte, ausgenommen Berlin und Hamburg, verzeichnen auch einen Renditerückgang, ebenso wie die meisten niederländischen Logistikstandorte.
  • In Skandinavien, die eine 85% jährliche Zunahme an industriellem Investitionsvolumen verzeichneten, gab es in den wichtigsten schwedischen Logistikmärken von Stockholm und Göteborg einen leichten Rückgang (-25 Basispunkte), ebenso in der norwegischen Hauptstadt Oslo (-10 Basispunkte).

Tim Davies abschließend: “Der Appetit der Investoren und das Rekordtief der Zinsen tragen weiterhin zu einem Druck auf die Renditen bei. In den ersten 6 Monaten diesen Jahres kam es in mehr als der Hälfte, der von uns beobachteten Märkte zu einer Straffung der Renditen.“

In den nächsten 12 Monaten erwarten wir eine weitere Straffung der Renditen in den Niederlanden und Großbritannien, genauso wie in Dublin, Zentralpolen, Warschau und Bukarest.“