Büroimmobilien sind mit € 43Mrd die am meisten gehandelten Immobilien; der Einzelhandel verzeichnete jedoch den größten Zuwachs mit 57% auf €38 Mrd., was wohl auf die Verdichtung der Shoppingcenter zurückzuführen ist.

Richard Divall, Leiter der Cross Border Capital Markets bei Colliers EMEA sagt hierzu: ”Diese Ergebnisse, gepaart mit den neuen Kapitalquellen in Europa, den sehr niedrigen Preisen und anhaltenden geldpolitischen Impulsen weisen auf ein weiterhin starkes Jahr für den europäischen Immobilienmarkt hin.

Die Transaktionen wirken sich auf das grenzüberschreitende Kapital aus und bewegen die Risikokurve auf der Suche nach Renditen weiterhin nach oben, ausländische Investoren werfen jedoch auch ein Auge auf die Situation in Griechenland und die lokalen politischen Entwicklungen.“

Highlights im Report:

  • ASIATISCHE VERSICHERUNGEN KAUFEN IN LONDON: Die Liberalisierung der Auslandsinvestitionen in China und Taiwan gepaart mit sehr niedrigen Renditen in den wichtigsten asiatischen Metropolen bewirken einen Anstieg der Investitionen von Versicherungsunternehmen  am europäischen Immobilienmarkt, mit London als bevorzugter Destination; gefolgt von Städten in Deutschland, Madrid und Italien.
    Zur gleichen Zeit erkunden finanzstarke asiatische Entwickler und First Tier Pensionskassen die regionalen UK-Märkte, wobei die Messlatte nach wie vor bei Wohnungen und Studentenwohnheimen als bevorzugtem Sektor liegt.
  • ASIATISCHE  KAPITALMÄRKTE ERWEITERN IHREN HORIZONT: Während die Bedrohung durch den EU-Austritt Griechenlands einige asiatische Investoren zumindest zeitweise vorsichtiger werden lässt, sehen wir nach wie vor, dass Staatsfonds (SWF’s) und asiatische Konzerne ihre Investitionsstandorte und Sektoren in ganz Kontinentaleuropa ausweiten, entweder durch die Partnerschaft mit lokalen Vermögensverwaltern oder die Einrichtung von Plattformen.
  • ITALIEN IST ZURÜCK AUF DER KARTE: Mit Transaktionen von über €5,5Mrd im 1. HJ 2015 (+162% beim Jahresvergleich) übertraf Italien die Werte anderer wichtiger „sich erholender“ Ökonomien wie Irland, Spanien und Niederlande. Während das Volumen durch einmalige Transaktionen verstärkt wurde (Qatari in Mailands Porta Nuova), lockt das Land nun neue Marktteilnehmer und einen Kapitalmix sowohl institutionell als auch opportunistisch an.
  • EUROPÄISCHE INSTITUTIONEN SCHAUEN AUF TIER2 STÄDTE: Europäische institutionelle Investoren konzentrieren sich weiterhin in erster Linie auf Non-Core Immobilien in Tier 1 und Tier 2 Städten in Westeuropa mit guten Grundlagen.
  • SCHWACHER EURO UNTERMAUERT US INVESTMENT: Die Abschwächung des Euro lockt nach wie vor Investoren aus den USA an, North Star Realty Finance ist einer der aktivsten Käufer der letzten Zeit.
  • NORDICS IM RAMPENLICHT: Insbesondere die US-Equity-Fonds sorgen für Furore in den nordischen Ländern; allen voran Starwood, Colony Capital, WP Carey und Round Hill.

 

Walter Böttcher, Chefökonom und Prognostiker bei Colliers fügt hinzu: “Während Griechenlands Bemühungen asiatischen und andere ausländischen Investoren Sorgen bereiten, sehen europäische Investoren dem Ganzen eher gelassen entgegen, unter der Annahme, dass das Risiko der „Ansteckung“ eingegrenzt ist. Es ist eine verlockende Annahme wenngleich der mögliche Schock nicht nur finanziell sondern letztlich politisch ist, und darauf sollte man sich wirklich konzentrieren.“