Während die hohe SLB Tätigkeit während dem Höhepunkt der Finanzkrise in Europa aufzeigt, dass diese Art von Geschäften in der Vergangenheit tendenziell eher antizyklisch waren (vor allem häufig in wirtschaftlich schwierigen Umgebungen), deutet der jüngste Anstieg darauf hin, dass die Wirtschaft nicht das einzige Zugpferd ist sondern auch andere Faktoren mitspielen, wie im neuen „White Paper“ erwähnt.

Tim Davies, Leiter der Industrieabteilung in EMEA bei Colliers International sagte: “SLB Transaktionen waren hervorragend während Zeiten der Finanzkrise und schlechter Leistung der Industrie. Unternehmen erkennen jetzt jedoch eine Reihe von Wettbewerbsvorteilen, indem sie dies als Teil der Eigentumsstrategie einsetzen.

Traditionell wurden die SLB Transaktionen vom Bürosektor über die letzten 2 Jahre dominiert, sie umfassten 63% aller Deals, gefolgt vom Einzelhandelssektor (25%), Industrie und Logistik (12%) und Hotels. Der Colliers Bericht prognostiziert nun eine Verschiebung insofern, dass vor allem der Industrie- und Logistik Sektor mit einer wachsenden Nachfrage rechnen kann, wobei abgeschlossene Deals bestimmten Betreibern helfen ihre Präsenz und Transaktionen zu erweitern anstatt sie zu schrumpfen.

Tim Davies fuhr fort: “Wir sehen die größten Veränderungen bei Unternehmen, welche die SLB-Strategie im Industrie- und Logistiksektor ausprobieren, wo der traditionell hohe Einkommens-Teil von Industrie-Liegenschaften, im Vergleich zu anderen Immobilienarten, gemeinsam mit dem Ansteigen des E-Commerce bedeutet, dass es unvergleichliche Interessen und neue Kapitalpools aus Übersee geben wird. Dazu gehören nordamerikanische und kanadische Pensionsfonds sowie weiteres Kapital, das aus Europa kommt. Diese Quellen suchen nach Investitionsmöglichkeiten in große, gute Industrie-Portfolios und in weniger starke Objekte mit Asset-Management-Potenzial.“

Geografisch gesehen, führen Deutschland, Großbritannien und Frankreich die Liste der aktivsten Länder bei SLB-Transaktionen im Bürobereich mit knapp über 50% an. Dies ist nicht überraschend, waren sie doch bei weitem die liquidesten Anlagemärkte in Europa. Die Schweiz und die nordischen Länder sind ebenfalls sehr stark in der geografischen Darstellung, bedingt durch Bank-Veräußerungen. Während Banken in den letzten beiden Jahren die Hauptquelle der Deals im Bürobereich waren (Gesamt 44%), waren der Telekommunikations- und öffentliche Sektor weitere Schlüsselsektoren des Büro-basierenden Business, ebenso wie der Fertigungs- und Automobilsektor (13%).

Bei den SLBs im Industriesektor waren die liquideren europäischen Märkte die aktivsten, gemeinsam mit Großbritannien verzeichnen sie 43% aller Transaktionen im Jahr 2014, ebenso wie Frankreich, Schweden und Finnland. Es hat auch Aktivitäten im europäischen Produktions- und Vertriebssektor der Benelux Länder und Deutschland gegeben, jedoch nur einen Deal in Osteuropa – 2014 wurde das Bang and Olufsen Gelände mit 16.400m² in Kopřivnice an Palmer Capital für die nächsten 15 Jahre vermietet.

Die Industrie- und Logistikimmobilienwerte haben sich seit 2009 deutlich verbessert und wenn sie auch nicht ganz an die 2008-2009 erreichten Höhepunkte der meisten Märkte heranreichen – werden sie für Investoren durch die steigenden Kapitalwerte im kommenden Jahr durch Ertragskomprimierung und durch die wachsenden Mieternachfragen immer attraktiver.

Dieser Punkt wird im Report ‘2015 Global Investors Sentiment Survey’, von Colliers International noch verstärkt, da er aufzeigt, dass die Industrie- und Logistikbranche jetzt eine der Top drei beliebtesten Branchen für Investoren weltweit ist.