Paul Souber, Leiter der Retailabteilung in London sagt: “London ist nach wie vor der Schlüsselpunkt für jede Marke die einen Luxus-Status anstrebt. Derzeit ist die Nachfrage nach erstklassigen Lagen in London unersättlich und selbst die absoluten Höchstmieten, die durch Neuvermietungen erreicht werden, reichen nicht aus um die starke Nachfrage gebührend zu beschreiben.

“Die Einzelhändler sind bereit sogenannte “Schlüsselgelder” in Höhe von mehreren Millionen Pfund zu bezahlen, um die bestehenden Verträge kontrollieren zu können nur um einmal Fuß auf der Old Bond Street zu fassen. Obwohl die Mietverträge bereits den aktuellen Marktmieten angeglichen sind, sind die Einzelhändler jedoch bereit mehrere Millionen dafür zu zahlen, um sich ein Geschäft auf dieser Straße zu sichern.“

Top 10 High Streets in Europa (€/m²/Monat)

City, Street

Prime HS Rent - EUR/sqm/month

Old Bond Street, London

€908

Bahnhofstrasse, Zurich

€649

Champs Élysees, Paris

€583

Via Monte Napoleone, Milan

€580

Stoleshnikov Lane , Moscow

€511

Via Condotti, Rome

€445

Rue du Rhône, Geneva

€410

“Goldene U”, Vienna

€400

Kaufingerstraße, Munich

€350

Tauentzienstraße, Berlin

€330

Königstraße, Stuttgart

€330

 

Sean Briggs, Managing Director Retail Europe von Colliers kommentiert die europäische Retailsituation wie folgt: “Die ersten Anzeichen der Erholung haben sich definitiv durchgesetzt, mehrere Märkte in Europa verzeichnen eine Veränderung der Spitzenmieten seit dem 1. Quartal 2013. Die Nachfrage internationaler Einzelhändler nach Spitzenlagen hat das Mietwachstum nach wie vor weiter gesteigert, vor allem in den Top High Streets – Old Bond Street, London; Champs Elysees, Paris und Stoleshnikov Lane, Moskau. In Westeuropa ist neben Paris und London auch in den Einkaufsstraßen von München, Berlin und Stuttgart ein jährliches Wachstum der Spitzenmieten zu sehen.“

“Einige Märkte verzeichnen jedoch auch einen Rückgang der Spitzenmieten in Bestlagen. Trotz starker Einzelhandelsumsätze und kontinuierlicher Nachfrage von internationalen Markten gehen z.B. in Istanbul in der Türkei die Spitzenmieten deutlich zurück, sowohl auf Halbjahres, als auch Jahresbasis. Der Rückgang ist auf die Abwertung der türkischen Lira im Vergleich zum Euro und USD zurückzuführen. Auch gab es eine Rückwärtsbewegung der High Street Mieten in Genf, womit es weiter zu einer Annährung an vernünftigere Mietpreise auf der Rue du Rhône kommt. Auch in Warschau sind die Spitzenmieten in Bestlagen leicht zurückgegangen und ziehen mit denen der Einkaufszentren gleich.

„In Österreich – allem voran Wien – ist die Nachfrage nach Luxuslagen weiterhin ungebrochen stark“, bestätigt Stefan Goigitzer, Leiter der Retail Abteilung von Colliers Österreich und ergänzt: „Die Spitzenmieten sind nach wie vor am Steigen und so nähern wir uns immer mehr den Mietpreisen in Mailand und Paris an“.

Europa’s High Street Gewinner:

  • In Osteuropa verzeichnete Sofia in Bulgarien den stärksten Anstieg der Mieten in Bestlagen (48% im Jahresvergleich). Dies ist jedoch eine Rückkehr zu früheren Werten nach dem starken Rückgang während der Wende 2012 und 2013.
  • Die großen russischen Einzelhandelsmärkte in Moskau und St. Petersburg verzeichneten ein weiteres Mietpreiswachstum in den Bestlagen, wobei die Nachfrage nach Mietfläche weiter stark blieb.
  • Spitzenmieten in Riga, Lettland sahen ebenso eine Aufwärtsbewegung, besonders stark in den High Streets, was die steigende Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in diesem Markt spiegelt. Der polnische Retailer „Reserved“ öffnet ein neues Geschäft im Mai, während „H&M“ und „Next“ im Moment noch nach „Straßenlokalen“ Ausschau halten.

Europas High Street Renditen:

  • Die bedeutendste Abschwächung der Renditen in Bestpreislagen gab es in Kiew. Der Anstieg des Retailangebots und der deutlich steigenden Zinssatz in der Türkei trieb die Spitzenrenditen im Einzelhandel in Istanbul in die Höhe.
  • Alle großen britischen Märkte verzeichneten eine Verdichtung der High Street Renditen inmitten des Wirtschaftsaufschwunges und einer starken Nachfrage von Investoren.
  • Ein Rückgang an hochwertigen Objekten in Verbindung mit einem Wachstum der Spitzenmieten führte zu einem Druck auf die Spitzenrenditen in Dublin.