Die Top Ten Liste zeigt auch, dass die Pariser „Avenue des Champs-Élysées“ ganze fünf Plätze eingebüßt hat und nunmehr auf dem 10. Platz liegt.

Top Ten Mieten Retailbereich weltweit EUR/USD pro m²/Jahr:

  1. New York, Fifth Avenue – € 24.165 ($ 32.656)
  2. Hong Kong, Queen’s Road Central - € 16.524 ($22.330)
  3. Hong Kong, Canton Road, Tsim Sha Tsui -€ 15.788 ($21.335)
  4. New York, Madison Avenue - € 10.491 ($14.177)
  5. London, Old Bond Street - € 9.684 ($13.086)
  6. Hong Kong, Causeway Bay - € 8.820 ($11.919)
  7. Zurich, Bahnhofstrasse - € 7.364 ($9.951)
  8. Sydney, Pitt Street Mall - € 7.364 ($9.319)
  9. Milan, Via Monte, Napoleone € 6.619  ($8.945)
  10. Paris, Champs-Élysées € 6.603 ($8.923)

Die Expansion von internationalen Luxusmarken in neue Märkte hat dazu geführt, dass die Mieten in 69 begehrten Standorten dramatisch gestiegen sind und erklärt auch die steigende Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in den wichtigsten touristischsten Destinationen. Höhere Jahresmieten wurden weltweit auf den größten Einkaufsstraßen verzeichnet. Von 129 befragten Standorten berichteten 69 über steigende jährliche Durchschnittsmieten, 41 blieben gleich und 19 sanken.

Obwohl London einen Platz im Ranking eingebüßt hat, ist die Nachfrage nach Flagshipstores ungebrochen stark und übersteigt das Angebot. Die Mieten auf der Old Bond Street sind allein im letzten Jahr um 20% gestiegen.

Die Nachfrage der Luxusmarken ist in Wien auch merklich gestiegen, wurde aber hauptsächlich durch das Goldene Quartier abgedeckt; die Mieten am Kohlmarkt werden sich aber langfristig an das internationale Niveau von Zürich und Paris angleichen.

Mark Charlton, Leiter der Research Abteilung von Colliers International in GB sagt: „Londons Luxus-Viertel bieten internationalen Einkäufern ein einzigartiges Angebot, da die Haupteinkaufsstraßen mitten im Kulturerbe angelegt sind. Die Nachfrage nach Edelboutiquen hat nicht nur zu einer Mietsteigerung in der Bond Street geführt, sondern auch in den Nebenstraßen wie Dover Street, Conduit Street oder South Molton Street. Darüber hinaus hat die Nachfrage nach internationalen Flagshipstores der Regent Street ein zweistelliges jährliches Mietwachstum beschert.“

“Aufgrund des mangelnden Angebotes in Toplagen, versuchen Luxusmarken wie Dior und Jimmy Choo immer öfter ihre bestehenden Geschäftslokale um ein Stockwerk zu erweitern, um so ihre kompletten Kollektionen unterzubringen und VIP Areas zu schaffen.“

Der Report beschäftigt sich mit weltweiten Trends des ersten Halbjahres 2013 bei Einzelhandelsimmobilien:

  • Europa ist zweigeteilt: Die stärksten Städte sind nach London Oslo (+28.6%), Kopenhagen (+22%) und Vilnius, Litauen (+18.8%). Oslo hat von der starken Wirtschaftslage Norwegens profitiert und verzeichnet eine große Nachfrage in den kleinen Straßen der Stadt. Hier sind Vermieter sehr aktiv und kurze Mietverträge üblich, was zu einer Abwanderung auf die Hauptstraßen führt. Das Wachstum in Vilnius (Litauen) ist vor allem auf die Nachfrage von lokalen und regionalen Einzelhändlern, die ins Baltikum expandieren wollen, zurückzuführen. Europas am schlechtesten abschneidenden Städte waren Sofia, Bulgarien (-34.2%), Kairo (-28.6%) und Kiew, Ukraine (-20%). Kiews Haupteinkaufsstraße hat vor allem durch die Eröffnung des 2 km entfernten Ocean Plaza Shoppingcenters enorme Einbußen zu verzeichnet.
  • Der Tourismus beherrscht den Verkauf in Hong Kong: Trotz des schleppenden Wirtschaftswachstums in China haben vor allem die Touristen den Umsatz im Einzelhandel angekurbelt. In nur drei Monaten verzeichnet Hong Kong mehr als 12 Millionen Besucher, was einen Anstieg um 11,8% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2012 bedeutet. Ferner kamen davon fast 9 Millionen aus dem chinesischen Festland. Seit internationale Einzelhändler nach Hong Kong expandieren, sind die Mieten in Toplagen gestiegen und dies zwingt einige Geschäfte in Zweitlagen abzuwandern.
  • Luxusmarken und internationale Marken expandieren nach Australien und Brasilien: Die CBD’s (Central Business Districts) Australiens in Sydney und Melbourne wurden durch etliche internationale Marken wie Zara, Apple oder Topshop und Luxusmarken neu belebt. In Brasilien planten viele Einzelhändler Expansionen auf Basis des jährlichen Umsatzwachstums in 2012 von 9%, aber dieser Trend hat sich in 2013 nicht fortgesetzt. Laut einem Bericht der „Brazilian Association of Franchising“ sollen 122 neue Einkaufszentren innerhalb der nächsten 5 Jahre gebaut werden. Sogar die höchsten Mieten Lateinamerikas, in der Einkaufsstraße Brasiliens, werden weiter steigen um rund 15% gegenüber 2012 in Sao Paulo
  • Mieten in Nordamerika steigen weiter: Nord Amerika war einer der stärksten Märkte 2013: besonders bemerkenswert war die Alberni Street in Vancouver, die eine Steigerung von 43% verzeichnen konnte. In den USA gab es in nahezu allen größeren Städten einen Mietanstieg: in New York erhöhten sich die Preise auf der Fifth Avenue um 11% gegenüber dem Vorjahr – was zur  weltweit teuersten Miete von € 24.165 ($32.6656) pro m² geführt hat. In Las Vegas stiegen die Mieten am Boulevard um 25%. Obwohl die Verbraucherausgaben im Einzelhandel weiter einen Aufwärtstrend erfahren, können große Discounter wie Walmart und Kohl’s nur ein geringes Wachstum verzeichnen.
  • Wien vorallem bei Luxusmarken sehr begehrt: Der Wiener Einzelhandel hat im Vergleich zum Vorjahr in der ersten Hälfte 2013 ein Minus von 1.2% zu verzeichnen.  Dennoch erfreut sich der Wiener Markt vor allem bei den Luxusmarken großer Beliebtheit. Das Projekt „Goldene Quartier“ – mitten in der Innenstadt – gehört sicherlich zu den wichtigsten Entwicklungen in Mitteleuropa. Luxusmarken wie Etro, Louis Vuitton, Prada oder Armani haben bereits ihre Shops eröffnet. Das Projekt umfasst weiters Premium Büroflächen, Luxus-Penthouse-Wohnungen und ein 5-Sterne Hotel, welches voraussichtlich 2014 eröffnen soll.

„Das Goldene Quartier wird sich nachhaltig positiv auf den Standort Wien auswirken! Wien wird sich nicht nur als Touristenstadt, so wie in der Vergangenheit auch behaupten, sondern spielt auch eine immer wichtigere Rolle als Einkaufsstadt in der Region.“ meint dazu Stefan Goigitzer, Leiter der Sparte Geschäftslokale bei Colliers.

“Die Einzelhändler arbeiten hart daran, in dem zunehmend umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.“ sagt Vikki Johnson, Senior Managing Director der Colliers International Retail Service Gruppe in San Francisco. „Der Zustrom von neuen ausländischen Marken in den US-Markt spiegelt das Vertrauen in unsere wirtschaftliche Erholung wieder. Ein großer Anteil der Umsatzsteigerung ist auf die ausländischen Touristen zurückzuführen.  Jedoch aufgrund der noch zu erwartenden Auswirkungen durch das „Abschalten der Regierung“, der immer noch hohen Arbeitslosigkeit und der Verlangsamung des Bauwesens können wir erwarten, dass sich die Ausgaben im Einzelhandel für den Rest des Jahres ausgleichen oder noch leicht gedämpft bleiben.“