Es ist das „Europa der zwei Geschwindigkeiten“, das er hier beschreibt: Vorsichtig optimistisch an der Schwelle zu einem Wirtschaftsaufschwung auf der einen Seite, doch nach wie vor mit dem Damoklesschwert der Krise über dem Kopf. Entwicklungen wie beispielsweise die politischen Turbulenzen in Südeuropa und das Argusauge, das derzeit auf der Entwicklung in Frankreich ruht, sorgen für starke Unterschiede zwischen einzelnen Staaten. Doch auch die verschiedenen Assetklassen entwickeln sich in ganz unterschiedliche Richtungen. Österreich, so berichtet Colliers, kann sich hier immerhin als sicherer Markt auf der schnelleren Seite wähnen.

Der Marktbericht in Auszügen:

Österreich als stabiler Büromarkt

Investitionen in Büroimmobilien – insbesondere in den relativ stabilen Märkten Deutschland, Österreich und Niederlande – bleiben äußerst beliebt. Die Neuproduktion ist 2013 jedoch deutlich geringer als die Vermietungsleistung.

Retail Nachfrage weiterhin hoch

Das Jahr 2013 stellt sich stabil dar, der Retailmarkt in Österreich kann sein hohes Niveau halten. Nicht mehr zeitgemäße Formate wie Niedermeyer und Daily sind einer Marktbereinigung zum Opfer gefallen. Außerdem: Der Kampf der Shoppingcenter um Kunden geht weiter.

Auch Nachfrage nach Wohnimmobilien in Wien steigt

Im Bereich der hochwertigen Wohnimmobilien (ab einem Quadratmeterpreis von € 6.000.-) ist Wien nach wie vor ein beliebter Standort. Das Angebot an guten Wohnungen in guten bis sehr guten Lagen wird allerdings knapp, daher ist weiterhin mit einem Preisanstieg (deutlich über € 20.000.-)zu rechnen.

Die Preisschere bei Zinshäusern öffnet sich weiter

Bedingt durch steigende Preise wird es für Investoren immer wichtiger, die Mikrolage innerhalb eines Bezirkes zu bewerten, teilweise ist innerhalb von einzelnen Bezirken ein Preisunterschied von bis zu 100 % aufgetreten. Auch ist zu bemerken, dass vermehrt ausländische Investoren als Käufer am Wiener Markt auftreten.

Markterholung, aber hohe Ansprüche im Industrie- und Logistikbereich

Es finden sich wieder Käufer und Verkäufer sowohl für eigengenutzte Industrieimmobilien als auch im reinen Investmentbereich. Allerdings werden entweder Objekte mit einer vernünftigen Eignung, hoher Flexibilität, moderner Ausstattung sowie Standorte in zentraler Verkehrslage oder opportunistische Gelegenheiten nachgefragt.

Privat geführte Hotelketten bauen aus

Während sich in den letzten Jahren große Ketten wie Accor, Hilton, Intercontinental oder Starwood eher defensiv eingestellt haben, konnten in Europa privat geführte Ketten wie Motel One, 25 Hours oder Wombats ihre Expansion vorantreiben.

Österreichischer Investmentmarkt büßt Volumen ein

Der Markt hat über 50 % des Transaktionsvolumens gegenüber 2012 eingebüßt. Dieser Rückgang ist sowohl auf das mangelnde Angebot an qualitativ hochwertigen Objekten, als auch auf das fehlende Interesse der Investoren, in risikoreichere Investitionen zu gehen, zurückzuführen.

Es tut sich (zu) wenig in der Projektentwicklung

Bei Projektentwicklungen in Wien ist insbesondere ein Rückgang bei Büroflächen zu spüren, in ganz Österreich ist dies auch bei der Neuproduktion von Retailflächen der Fall.