Der im Wiener Stadtteil St. Marx stehende Gebäudekomplex MGC WIEN wurde von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou mit dem DGNB-Zertifikat nach ÖGNI in Gold ausgezeichnet. Damit ist das MGC der erste zertifizierte Umbau in Österreich und ein beispielgebendes Vorbild für die drohende Bestandsproblematik.

Zahlreiche Maßnahmen wurden am, im und um das MGC durchgeführt, um dieses hohe Niveau zu erlangen. Die Tiefgarage wurde erweitert, so dass jetzt 700 Stellplätze am Gelände ober- und unterirdisch zur Verfügung stehen. Auch in die Infrastruktur wurde eine Summe von fünf Mio. Euro investiert um u.a. ein übersichtliches Leitsystem zu schaffen. Weitere Infrastrukturverbesserungen wie die Errichtung eines neuen Straßensystems gemeinsam mit der Stadt Wien sowie die Erweiterung der Gastronomie, des Post- und Businessservice sowie Konferenzräumlichkeiten runden das Konzept ab.

Dass das MGC durch ÖGNI zertifiziert wurde hat besondere Signalwirkung. „Der Bestand ist die große Herausforderung vor der wir als Gesellschaft stehen, wenn wir zum einen die Klimaziele erreichen wollen und zum anderen den Menschen qualitativ ansprechende Arbeitsplätze bieten wollen“, meint ÖGNI-Gründungspräsident Philipp Kaufmann. Eine breite Nachhaltigkeit kann nicht allein mit der Optimierung von Neubauten erreicht werden.

„Bestand ist besserer Neubau“

Theoretisch gibt es für Kaufmann drei Lösungen beim Bestand, der in die Jahre gekommen ist: Leerstand (bzw. langfristiger Abbruch), schlechte Nutzung (mit massivem Niedergang) bzw. Sanierung. Letztere ist allerdings aufwändiger als ein Neubau, weshalb sich Kaufmann zu der These hinreißen lässt: „Das MGC ist der Beweis, dass die - aufwändigere - Bestandssanierung zur umfassenden Nachhaltigkeit führen kann – insofern ist der Bestand mit seinen Qualitäten der bessere Neubau. In Gold überprüft und zertifiziert!“